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Paroles: Konstantin Wecker. Dann Pack Ich Meine Zähne Aus.

:
Abends, wenn die Hunde an der Kette zerren
und den Mond beknurren, weil er gelb im Saufnapf schwimmt,
wenn die Windkinder jagen und ums Hauseck plarren
und die Regenfrau gebart und der Sturmbrei rinnt,

abends, wenn die Kater ihre Schwanze stellen
und die Nasen in die Luft und nach den Katzen sto?en:
Ja, dann pack ich meine Zahne aus
und schleich ums Haus.

Abends, wenn die Hauserwande sinnlich werden
und die Baume werden wuschelige Fraun,
in den Zimmernischen lassen sie die Hohepunkte sterben
und im Hinterhof, da onaniert ein Clown,

abends, wenn die Gartenzwerge aufeinanderspringen
und die Erde ist zwei Sto?e wert:
Ja, dann pack ich meine Zahne aus
und schleich ums Haus.

Und dann feg ich durch die Traume braver Biedermanner
wie ein Tier, fast wild und voller Blut,
kaure hinterm Busch und fang mir Wollelammer,
weil sie weich sind wie ein Leib und feist und gut.

Und im Beichtstuhl leg ich schabend Hand an mich,
bis ich wei? bin und gelautert bin und neu,
und dann kann ich wieder, fang zwei Hundemadchen ein,
und verbring die Nacht mit ihnen kuschelig im Heu.

Morgens, wenn die kleine Stadt in Blut getaucht ist
von der Sonne und von meinen Traumerein
und der Mond schon langst im muden Hundebauch ist,
ziehn die Kater ihre Schwanze wieder ein.

Wenn der Clown sehr bla? und abgeschlafft die Zunge einzieht,
weil die Schminke uber seine Spa?e rinnt:
dann pack ich meine Zahne ein.

Und dann atme ich den Duft meiner Wesenheit,
die eine Welt war eine Nacht und dann verschwand.
Und ich denke an die Bilder einer neuen Zeit,
die sehr wild ist und die ich erfand.

Und ich jag mir meine Zahne in die Fingerkuppen
und entbinde mich damit von mir.
Bind mir unter mein Geschlecht meine Mamapuppen
und entschlummre wie ein weiches schones Tier.